Das Wichtigste in Kürze

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine häufige Virusinfektion mit Fieber, Halsschmerzen, schmerzhaften Bläschen im Mund und einem Ausschlag an Händen und Füßen. Sie betrifft vor allem Kinder unter zehn Jahren, aber auch Erwachsene. Meist klingt sie innerhalb einer Woche von selbst ab, Antibiotika helfen nicht. Hauptrisiko ist das Austrocknen, selten kommen Komplikationen wie Krampfanfälle vor. Die Diagnose stellt man in der Regel anhand der Beschwerden, ein Bluttest ist meist nicht nötig.

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit auf einen Blick?

  • Ursache: eine Infektion mit Enteroviren, in Deutschland vor allem Coxsackie-A6 und -A16[3][6].
  • Wer: am häufigsten Kinder unter zehn Jahren, seltener Jugendliche und Erwachsene[2][3].
  • Jahreszeit: das ganze Jahr, gehäuft im Spätsommer und Herbst[3].
  • Dauer: Die Beschwerden klingen meist innerhalb einer Woche ab[2].
  • Nicht verwechseln mit der Maul- und Klauenseuche bei Rindern, Schafen und Schweinen, die eine ganz andere Krankheit ist[3]. Die Krankheit heißt auch Hand-Mund-Fuß-Krankheit.

Welche Symptome und Stadien hat die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Inkubationszeit liegt bei 3 bis 10 Tagen (in Ausnahmen 1 bis 30 Tage)[3]. Die Krankheit verläuft meist in zwei Schritten[2][4]:

  • Erste Tage: Fieber, Halsschmerzen, Unwohlsein und wenig Appetit[2][4].
  • Nach 1 bis 2 Tagen: kleine rote Flecken im Mund, vor allem an Zunge und Zahnfleisch, die zu schmerzhaften Bläschen werden. Kinder schlucken dann ungern und speicheln stark[2].
  • Weitere 1 bis 2 Tage später: rote, teils leicht erhabene Flecken oder Bläschen auf Handinnenflächen und Fußsohlen, manchmal auch am Po, im Genitalbereich, an Knien oder Ellenbogen. Sie jucken meist nicht[2].

Viele Infektionen bleiben unbemerkt, besonders bei Erwachsenen[2][3]. Wochen nach der Erkrankung können sich in seltenen Fällen Finger- und Fußnägel lösen[3]. Wenn Sie unsicher sind: Andere Kinderkrankheiten mit Ausschlag sehen ähnlich aus, zum Beispiel Windpocken oder Masern.

Wann sollte ich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zum Arzt?

Wann zum Arzt?

  • Notfall: 112 anrufen bei Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit, Atemnot oder wenn ein Kind sehr schläfrig und kaum zu wecken ist[1][2].
  • Rasch, möglichst innerhalb von 24 Stunden, wenn das Kind jünger als sechs Monate ist, zu wenig trinkt und ausgetrocknet wirkt (schläfrig, apathisch, trockener Mund, eingesunkene Augen oder Fontanelle), das Fieber länger als drei Tage dauert, das Immunsystem geschwächt ist, die Wunden im Mund sehr schmerzhaft und großflächig sind oder starke Kopfschmerzen und Nackensteife dazukommen[2]. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
  • In den nächsten Tagen, wenn die Beschwerden nach zehn Tagen noch nicht besser sind, und möglichst bald, wenn Sie schwanger sind und sich angesteckt haben könnten[2]. Rufen Sie vorher in der Praxis an, weil die Krankheit andere anstecken kann.

Was verursacht die Krankheit, und wie steckt man sich an?

Die Viren verbreiten sich durch direkten Kontakt mit Speichel, Nasen- und Rachensekret, Flüssigkeit aus den Bläschen und Stuhl, etwa beim Windelwechseln, sowie über verschmutzte Oberflächen. Wichtig ist die Übertragung über die Hände; in den ersten Tagen ist auch eine Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen möglich[3][4]. Man kann sich mehrmals anstecken, weil verschiedene Viren die Krankheit auslösen[5].

  • Häufig Kleine Kinder, vor allem in Kita und Schule, wo Hände und Spielzeug geteilt werden[1][3].
  • Möglich Enger Kontakt zu einem erkrankten Haushaltsmitglied[1][2].
  • Selten Andere Enteroviren, vor allem EV-A71, die in Asien zu schweren Verläufen mit Beteiligung des Nervensystems führen können[3][5].

Wie lange ist man bei Hand-Fuß-Mund ansteckend?

In der ersten Krankheitswoche ist man hochansteckend, vor allem über die Flüssigkeit aus den Bläschen. Das Risiko sinkt erst, wenn die Bläschen eingetrocknet sind[3]. Die Viren können nach dem Abklingen der Beschwerden noch mehrere Wochen im Stuhl ausgeschieden werden[3][4]. Deshalb bleibt gründliche Händehygiene auch nach der Genesung wichtig.

Ist ein Bluttest zur Diagnose nötig?

Meist nicht. Die Ärztin oder der Arzt erkennt die Krankheit an den Beschwerden und am typischen Ausschlag. Weiterführende Untersuchungen wie Laborwerte sind in der Regel nicht nötig[2]. Nur bei seltenen schweren Verläufen weist man die Viren in Stuhlprobe, Rachen- oder Bläschenabstrich nach[2]. Wurden bei Ihrem Kind trotzdem Blutwerte bestimmt, etwa wegen Dehydrierung, helfen unsere Erklärungen zum großen Blutbild und zum CRP-Wert.

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Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit behandelt?

Eine gezielte Therapie gibt es nicht, behandelt werden nur die Beschwerden. Antibiotika wirken nicht, weil Viren die Krankheit auslösen[1][4]. Dosierungen nennen wir hier nicht; fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke.

  • Viel Kühles trinken, das lindert den Mund und beugt dem Austrocknen vor. Säurehaltige Getränke wie Saft sind weniger geeignet[1].
  • Weiche, kühle Speisen wie Joghurt anbieten, heiße, salzige und scharfe Speisen meiden.
  • Paracetamol oder Ibuprofen können Fieber und Schmerzen lindern, nach Absprache mit Arzt oder Apotheke. Kinder mit einer Virusinfektion dürfen kein ASS (Acetylsalicylsäure) einnehmen, weil es das seltene, aber lebensbedrohliche Reye-Syndrom auslösen kann[1][2].
  • Schmerzlindernde Mundspülungen, Gele oder Sprays für Kinder: Fragen Sie in der Apotheke nach geeigneten Mitteln[4].

Die Krankheit lässt sich meist zu Hause auskurieren[2]. Mögliche Komplikationen sind Austrocknung und Fieberkrämpfe[1]. Sehr selten kommen Hirnhaut- oder Gehirnentzündung, Lungenödem oder Herz-Kreislauf-Probleme vor[2][5].

Darf mein Kind mit Hand-Fuß-Mund in Kita oder Schule?

Das Robert Koch-Institut schreibt: Da die Krankheit meist mild verläuft, können Kinder die Einrichtung weiter besuchen, solange sie kein Fieber haben und sich gesund fühlen. Nach klinischer Genesung und dem Eintrocknen der Bläschen ist die Wiederzulassung in der Regel ohne ärztliches Attest möglich[3]. Infektionsschutz.de rät dagegen, Gemeinschaftseinrichtungen möglichst nicht zu besuchen, solange man ansteckend ist[4]. Welche Regeln gelten, entscheiden Kita, Schule und Gesundheitsamt; fragen Sie bei der Einrichtung nach.

Wie kann ich die Ansteckung verhindern?

  • Hände oft gründlich mit Seife waschen, auch die der Kinder, besonders nach dem Windelwechseln und vor dem Essen[1][4].
  • Beim Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Taschentuch, das danach in den Müll kommt.
  • Handtücher, Becher und Besteck nicht teilen.
  • Verschmutzte Wäsche heiß waschen.
  • Abstand zu Erkrankten halten[1][4].

Viele Enteroviren sind unempfindlich gegen gängige Desinfektionsmittel, daher zählt vor allem das Händewaschen[3]. In manchen Ländern gibt es Impfstoffe gegen häufige Erreger, sie decken aber nicht alle Fälle ab[5].

Was gilt in der Schwangerschaft?

In der Regel verläuft die Krankheit in der Schwangerschaft harmlos. Rund um die Geburt kann sich ein Neugeborenes bei der Mutter anstecken; sehr selten breitet sich die Infektion dann auf den ganzen Körper aus[2][3]. Sprechen Sie bei Kontakt zu Erkrankten in den letzten Wochen vor dem Termin mit Ihrer Frauenärztin, Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme.

Fragen an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt

  1. Ist das die Hand-Fuß-Mund-Krankheit oder eine andere Krankheit mit Ausschlag?
  2. Woran erkenne ich, dass mein Kind austrocknet?
  3. Welches Schmerzmittel passt zum Alter meines Kindes?
  4. Wann darf mein Kind wieder in Kita oder Schule?
  5. Ich bin schwanger: Was soll ich tun?

Häufige Fragen

Können Erwachsene die Hand-Fuß-Mund-Krankheit bekommen?

Ja, aber selten. Erwachsene erkranken seltener, vermutlich weil sie die Krankheit als Kind schon hatten oder die Infektion ohne Beschwerden verläuft[2].

Kann man Hand-Fuß-Mund mehrmals bekommen?

Ja, weil verschiedene Viren die Krankheit auslösen können[5].

Helfen Antibiotika?

Nein. Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren[1].

Ist es dasselbe wie die Maul- und Klauenseuche?

Nein. Das sind verschiedene Krankheiten ohne Bezug zueinander[3].

Verwandte Artikel

  1. MedlinePlus Medical Encyclopedia. Hand-foot-mouth disease. US National Library of Medicine. medlineplus.gov (abgerufen am 23. Oktober 2026)
  2. Gesundheitsinformation.de (IQWiG). Hand-Fuß-Mund-Krankheit. gesundheitsinformation.de (abgerufen am 23. Oktober 2026)
  3. Robert Koch-Institut. RKI-Ratgeber: Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK). Stand 13.03.2025. rki.de (abgerufen am 23. Oktober 2026)
  4. infektionsschutz.de. Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Erregersteckbrief. infektionsschutz.de (abgerufen am 23. Oktober 2026)
  5. Esposito S, Principi N. Hand, foot and mouth disease: current knowledge on clinical manifestations, epidemiology, aetiology and prevention. Eur J Clin Microbiol Infect Dis. 2018;37(3):391-398. doi:10.1007/s10096-018-3206-x (abgerufen am 23. Oktober 2026)
  6. Zhu P, Ji W, Li D, et al. Current status of hand-foot-and-mouth disease. J Biomed Sci. 2023;30(1):15. doi:10.1186/s12929-023-00908-4 (abgerufen am 23. Oktober 2026)

Diese Seite ist eine allgemeine Information. Sie ersetzt nicht die Beurteilung durch eine Ärztin oder einen Arzt, die Beschwerden, Vorgeschichte und Untersuchung berücksichtigen.