PO steht für “per os” und bedeutet „durch den Mund“. In der Medizin verwenden Ärzte die Abkürzung PO, um anzuzeigen, dass ein Medikament oder eine Substanz oral eingenommen werden soll. Der Begriff signalisiert Patienten und medizinischem Fachpersonal, dass der Wirkstoff über den Mund, den Rachen und in den Magen aufgenommen wird und nicht per Injektion, Inhalation oder topischer Anwendung verabreicht wird. PO gilt für Tabletten, Kapseln, flüssige Darreichungsformen zum Einnehmen und einige auflösbare Zubereitungen.
Bedeutung von PO
PO bedeutet per os, also oral. Mediziner verwenden diese Abkürzung, um die Art der Medikamenteneinnahme zu beschreiben (wie ein Medikament in den Körper gelangt). Steht auf einem Rezept PO, wird der Patient angewiesen, das Medikament zu schlucken oder oral einzunehmen. Die Art der Einnahme beeinflusst, wie schnell das Medikament wirkt und wie es vom Körper aufgenommen wird. Beispielsweise werden orale Antibiotika, Schmerzmittel und viele Medikamente gegen chronische Erkrankungen häufig per PO verabreicht.
Wie Sie Ihr Rezept lesen
Die Abkürzung “PO” (oral einnehmen) finden Sie üblicherweise im Abschnitt “Anweisungen” (Sig.) eines Rezepts oder auf dem Apothekenetikett. Sie steht neben der Dosierung und der Einnahmehäufigkeit, zum Beispiel: “Amoxicillin 500 mg PO alle 8 Stunden” (500 mg alle 8 Stunden einnehmen). Auf Apothekenetiketten verwenden Apotheker anstelle von medizinischen Abkürzungen eine leicht verständliche Sprache. So kann auf einem gedruckten Etikett beispielsweise “Einnehmen” oder „Oral einnehmen“ stehen. Wenn das Etikett unklar ist, bitten Sie den Apotheker, die Anweisungen laut vorzulesen und zu erklären, was „PO“ (die Art der Einnahme) verändert.
Vom Arzt zum Etikett: PO-Entschlüsselung
Wenn ein Arzt „PO“ (oral) verschreibt, übersetzt der Apotheker die Verordnung und die lateinischen Abkürzungen in eine patientenfreundliche Anleitung. Apotheker prüfen die Darreichungsform (Tablette, Flüssigkeit), die Dosierung, die Einnahmehäufigkeit und eventuelle Sonderhinweise (Einnahme mit dem Essen, Alkohol meiden). Sie bestätigen auch die Art der Einnahme: Bei der Verordnung „PO“ stellt der Apotheker sicher, dass dem Medikament eine orale Einnahmeanleitung und geeignete Applikationshilfen wie Messbecher oder Spritzen für Flüssigkeiten beiliegen.
Warum Ärzte PO verwenden
Ärzte verwenden PO, weil lateinische Abkürzungen historisch gesehen eine kompakte und standardisierte Art der Übermittlung von Anordnungen ermöglichten. Viele Ärzte lernten diese Abkürzungen in ihrer Ausbildung und nutzen sie weiterhin, um Zeit zu sparen. Elektronische Rezeptausstellung und moderne Apothekenpraxis haben Fehler reduziert, indem sie Kurzschrift in verständliche Bezeichnungen übersetzt haben. Dennoch verwenden Ärzte PO weiterhin in Notizen und Anordnungen, wo Kürze den klinischen Arbeitsablauf erleichtert.
Häufige Fehler und Sicherheitshinweise
Fehler können auftreten, wenn Leser Abkürzungen falsch interpretieren, Routen verwechseln oder wichtige Hinweise (wie z. B. “zu Speisen einnehmen”) übersehen. Einige Risiken:
- Fehlinterpretationen von Handschriften: Ein handgeschriebenes “PO” kann anderen Buchstaben ähneln. Elektronische Rezepte verringern dieses Risiko.
- Verwechslung von oraler und parenteraler Verabreichung: Die Gabe einer Injektion anstelle der oralen Verabreichung kann dem Patienten schaden.
- Die sublinguale Einnahme (unter der Zunge) eines oralen Medikaments oder das Kauen einer zum Schlucken bestimmten Kapsel kann die Wirkung des Medikaments verändern.
- Verwendung des falschen Messgeräts für Flüssigkeiten: Die Menge eines handlichen Teelöffels kann von der verordneten Dosis abweichen. Verwenden Sie daher immer das mitgelieferte Messinstrument.
Um auf Nummer sicher zu gehen, vergleichen Sie die Anweisungen auf dem Rezept, überprüfen Sie die Darreichungsform des Medikaments und fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt.
Wichtige Fragen an Ihren Apotheker
- Steht auf dem Etikett dieses Medikaments “PO”, und was genau bedeutet das für die Einnahme?
- Soll ich das mit dem Essen, mit Wasser oder auf nüchternen Magen einnehmen?
- Benötige ich einen Messbecher oder eine Spritze für die flüssige Form?
- Gibt es häufige Nebenwirkungen, mit denen ich bei der Einnahme dieses Medikaments rechnen muss?
- Kann dieses Medikament Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln oder anderen oral eingenommenen Medikamenten haben?
- Was soll ich tun, wenn ich mich kurz nach der Einnahme der Dosis erbreche?
Durch das Stellen dieser Fragen lassen sich Dosierungsfehler vermeiden und es wird deutlich, wie sich die Verabreichungsart auf Wirksamkeit und Sicherheit auswirkt.
Verwandte Abkürzungen
- PO (per os): zum Einnehmen
- PO/NG: oral oder über eine Magensonde (wird angewendet, wenn die orale Nahrungsaufnahme eingeschränkt ist)
- IV: intravenös (in eine Vene)
- IM: intramuskulär (in einen Muskel)
- SC oder SQ: subkutan (unter der Haut)
- SL: sublingual (unter der Zunge)
- PR: per rectum (rektale Verabreichung)
Das Verständnis dieser Abkürzungen hilft Ihnen, den richtigen Verabreichungsweg für jedes Medikament zu finden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Kann ich alle Tabletten mit der Aufschrift PO zerkleinern?
A: Nein. Durch das Zerkleinern kann sich die Freisetzung oder Aufnahme des Wirkstoffs verändern. Fragen Sie Ihren Apotheker, bevor Sie eine Tablette verändern.
F: Bedeutet PO, dass ich es mit Wasser schlucken muss?
A: In der Regel ja; viele Medikamente wirken am besten mit einem vollen Glas Wasser. Ausnahmen, wie z. B. “sublingual” oder “kaubar”, sind auf dem Beipackzettel vermerkt.”
F: Was ist, wenn ich nicht schlucken kann?
A: Informieren Sie den verschreibenden Arzt oder Apotheker. Diese können Ihnen gegebenenfalls Alternativen wie flüssige Darreichungsformen, dispergierbare Tabletten oder andere Verabreichungswege vorschlagen.
F: Ist PO für Kinder sicher?
A: Bei Kindern erfolgt die Dosierung häufig oral, jedoch unterscheiden sich Dosierung und Darreichungsform. Bitte überprüfen Sie die Dosierung und das Messgerät für Kinder.
F: Beeinflusst Nahrung die Wirkung von oralen Medikamenten?
A: Manche Medikamente zum Einnehmen müssen mit Nahrung eingenommen werden, um besser vom Körper aufgenommen zu werden oder Magenbeschwerden zu reduzieren; andere wirken besser auf nüchternen Magen. Die Packungsbeilage oder Ihr Apotheker geben Ihnen Auskunft.
Glossar der wichtigsten Begriffe
- Per os: Lateinisch für “durch den Mund”, deutet auf die orale Aufnahme hin.
- Verabreichungsweg: Der Weg, auf dem ein Arzneimittel in den Körper gelangt.
- Dosierung: Die einzunehmende Menge des Medikaments.
- Häufigkeit: Wie oft das Medikament eingenommen werden soll (z. B. alle 8 Stunden).
- Sublingual: Unter die Zunge gelegt, nicht sofort geschluckt.
- Magensaftresistente Tablette: Eine Tablette mit einem Überzug, der den Abbau im Magen verhindert; sollte nicht zerkleinert werden.
- Suspension: Eine flüssige Form, bei der Partikel in einer Flüssigkeit schweben; muss vor Gebrauch geschüttelt werden.
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